Kuikka 70


Schritt für Schritt

Die ersten Schritte sind eigentlich bei jedem Messer dieselben.

  • Zu erst braucht es eine Idee
  • Dann die Wahl der entsprechenden Materialien
  • Anpassen und korrektes aufsetzen der Passung auf die Klinge
  • Zuschneiden und Bohren der folgenden Teile, passend auf die Angel
  • Verleimen und trocknen lassen

Diese Schritte sind ausführlich beim Yakut Messer hier beschrieben.

  • Bei diesem kleinen Alltagsmesser habe ich ein Stück Rentierhorn für die Gestaltung des Griffs ausgesucht. Auch wollte ich einen Schritt weitergehen und versuchen mit Hilfe des Dremels, dem Griff ein Muster zu geben – so quasi einen „ Anti-Rutsch Bereich“ nahe der Klinge zu schaffen.
  • Für den Knauf wird die traditionelle Maserbirke verwendet.
  • Als 1. Spacer habe ich wiederum 1mm Kork aufgesetzt
  • Für den 2. Spacer zwischen Rentierhorn und Maserbirke habe ich Leder verwendet
  • Alle Teile wurden verleimt und der 2-Komponenten Kleber konnte diesmal gute 24 Std. trocknen.
  • Am Bandschleifer und anschliessend mit dem Dremel, habe ich dem Griff die Grundform gegeben.

Natürlich passieren mir ab und zu Fehler aus denen ich immer wieder lerne…..
Die Maserbirke hätte eigentlich den kompletten Knauf bilden sollen. Ich habe aber versehentlich das ganze Stück durchgebohrt und dummerweise war es auch gleich noch mein letztes Stück Birke…..

In so einem Fall gibt es natürlich verschiedene Lösungen und es kommt darauf an, was einem so zur Verfügung steht.

  • Man könnte das Loch mit Holzpaste füllen oder etwas einsetzen z.B. einen „Knopf mit Fransen“ aus Leder (siehe Gallerie) oder man deckt die Fläche ab z.B. mit einer Endkappe aus Neusilber, Messing oder einem anderen Material.
  • Ich habe das Loch mit einem kleinen Stück Kieferholz abgedeckt.
  • Da poliertes Horn eher etwas rutschig sein kann, wollte ich im nächsten Schritt mit einer Verzierung erreichen, das Messer im vorderen Bereich etwas griffiger zu machen. Also entschloss ich mich, kleine Löcher zu bohren und diese mit Ölfarbe einzufärben.
  • Bevor die Ölfarbe aufgetragen wird, muss die Oberfläche völlig glatt poliert werden. Nur so ist es möglich, überschüssige Farbe mit einem feuchten Tuch abzuwischen ohne dass sich das Horn an der Oberfläche verfärbt.
  • Nachdem die Farbe trocken ist, wird alles nochmals fein poliert und zum Schluss eingeölt.

Eine Bemerkung zum Schluss:
Horn ist ein lebendiges Material, Elchhorn ist härter als Rentierhorn und somit auch etwas schwieriger zum Bearbeiten. Aber auch Rentierhorn kann, innerhalb des selben Stücks, sehr unterschiedlich in seiner Härte sein und es ist deshalb wichtig gut geschliffenes Werkzeug zur Hand zu haben.